Berge gehören neben den Tiefen der Weltmeere zu den einzigartigsten natürlichen Hindernissen der Welt. Selbst für geübte Kletterer stellen sie aufgrund ihrer Unnachgiebigkeit eine mögliche Gefahr dar, doch bleibt die Faszination, diesen „Riesen“ erklommen zu haben, immer bestehen. Die Zukunft orientiert sich jedoch immer weniger am klassischen Bergsteiger.

„Wenn der Berg ruft“

In der Definition ist ein Berg eine Form im Gelände, die durch die Verschiebung von Platten entstanden ist. Für den Menschen sind sie aber mehr und vereinen Selbstverwirklichung, Spiritualität und Sport miteinander. Seit der Steinzeit gehören sie zum Alltag und heute werden sie rein zum Vergnügen bestiegen, selbst Partybegeistertern sind sie nicht zu hoch. Der „alpine Ballermann“ wird immer beliebter und die Tradition scheint auch in den Medien immer öfter vergessen zu werden. Wer abseits von Partyzentren wie Ischgl oder Sölden den Traum der Höhen erleben will, packt Seil, Wanderschuhe und Sonnenbrille ein. Die Tradition des einsamen Bergsteigers wird wieder populär und zeigt sich in erhöhter Zahl überall auf der Welt. Der Bergsteiger ist dabei, egal ob in der Gruppe oder solo, immer den Elementen ausgesetzt. Wind und Wetter gestalten dabei die Besteigung jedes Mal neu und das ist es, was das Klettern interessant macht. Zwischen Gesteinsformationen und Hängen, V-Spalten oder beim Abstieg ins Tal, die Natur schlägt mit aller Gewalt zu und formt den Menschen bei jedem Schritt. Diese Erfahrungen sammeln ebenfalls Seefahrer, deren Ziel die Bezwingung des Wassers ist. Leidenschaft und Wissen stellen bei jedem Aufstieg die zentralen Elemente dar und Selbstüberschätzung ist fehl am Platz. Kurse erleichtern vor allem Anfängern die ersten „Steps“, die wichtig sind und in einer Vielzahl von Situationen das Leben retten können. Schon das Stehen auf Zuruf muss erlernt werden, wenn der Bergführer eine schwierige Route gewählt hat. Sprichwörtlich liegt ein steiniger Weg vor jenem, der sich in die Höhe traut.

Training geht vor

Während einer Klettertour darf nicht nur der Weg zum Ziel betrachtet werden. Es kommt auf die Aufrüstung, die eigenen Fähigkeiten, die durch das Training geschärft werden müssen, und eine gute Vorbereitung an, damit der Berg nicht zum Gegner wird. Alpine Basics werden bei schwereren Routen vorausgesetzt und sollten mit weiteren Lektionen wie dem Gletschertrekking kombiniert werden. Doch muss es nicht gleich die Zugspitze über das Höllental oder einer der Seven Summits sein, um die Leidenschaft bei der Bergbesteigung zu erleben. Die spirituelle Nähe zum Himmel und dem eigenen Körper findet sich schon auf niedrigeren Gipfeln, die über sanfte Wege zu erreichen sind und nur leichte Wanderschuhe benötigen. Solche Wege können auch mit der Familie zusammen erklommen werden, um die Lust an der Höhe stärker zur Geltung zu bringen. Die eigenen Ziele definieren den Bergsteiger, wobei die körperliche Fitness nicht die treibende Kraft ist. Das Klettern lag schon immer tief verankert im Menschen und der „komische Kauz“, der die Berge sein Zuhause nennt, erfüllt sich damit Träume in schwindelerregender Höhe.

Kategorie: Allgemein
Tags: , , ,